Es ist zwar mittlerweile schon fast zu spät für eine persönliche Reflexion zum Ergotherapiekongress, der vom 11. bis 13. Mai in Kassel stattfand. Leider habe ich es bisher nicht geschafft mich hinzusetzen und meine Gedanken zu sortieren.
Als erstes muss ich mal wieder das große Lob an die Organisatoren loswerden. Es ein großartig organisierter Kongress, der für jeden Besucher etwas zu bieten hatte. Sowohl Berufseinsteiger als auch alte Hasen konnten viel neues und spannendes rund um die Welt der ergotherapie lernen. Eine wirklich klare Tendenz zeigt sich in Richtung modellorientierter Behandlungsansätze. Ich denke, die gute alte Tante Schaukelergo ist ein Auslaufmodell, was in vielen Bereichen nicht mehr zeitgemäß funktioniert. Faszinierend fand ich wieder einmal den Eröffnungsvortrag, der durch "Leni" (so wollte Prof. Dr. Helene Polatajko genannt werden) gehalten wurde. Sie brachte es für mich sehr gut auf den Punkt. "Seid innovativ" - zog sich als Aufforderung durch den ganzen Vortrag und begleitet mich auch nach dem Kongress noch. Es gilt nicht nur in den bestehenden Bahnen der Ergotherapie zu denken. Auch die Entwicklung und Ausprägung der Ergotherapie in Zukunft muss derzeit intensiv entwickelt werden. Chancen dazu gibt es endlos viele und es braucht dafür nur den notwendigen Mut. Als Optionen seien beispielsweise der Schulergo oder die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention genannt. Allein in diesen Bereichen sehe ich riesiges Potential. Andere Themen sind der demographische Wandel oder das Arbeiten in Gesundheitförderung und Prävention. Für mich war es in jedem Fall wieder einmal inspirierend all diese Gedanken und Möglichkeiten auf dem Silbertablett unter die Nase gerieben zu bekommen.
Eine besondere Anerkennung hat an dieser Stelle der Vortrag "Es ist mir eine Ehre.." von Kathleen Bauch verdient. Ihre Ausführungen zu den 13 Sekunden der Entscheidung für das Ehrenamt und danach die Darstellung der Optionen, die sich für Sie daraus ergeben haben waren ein Genuss. Danke dafür und es war ein wirklich gelungener privater Vortrag und eine tolle Werbung für das Ehrenamt. Vielleicht könnte aus der Reihe DVE`ler des Monats ja eine Reihe "Meine DVE-Geschichte" werden. Ist bestimmt spannend.
Und nun noch ein kleiner Kritikpunkt. Was mir diesmal nicht so gefallen hat, war die Örtlichkeit. Irgendwie empfand ich den Aufbau des Kongresses sehr zerfahren und undurchsichtig. Ich habe fast bis Sonntag gebraucht, um herauszufinden, wo ich welchen Saal finde. Da kann ich nur gespannt auf Bielefeld im kommenden Jahr sein.

